Wie funktioniert Psychotherapie?
Psychotherapie findet in erster Linie im Gespräch statt. Dabei betrachten wir gemeinsam Ihre aktuelle Lebenssituation, Ihre persönliche Biografie sowie die Beschwerden, die Sie in eine Behandlung führen.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass aktuelle Symptome häufig im Zusammenhang mit unbewussten Konflikten und früheren Beziehungserfahrungen stehen. In der Therapie versuchen wir, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Wege im Umgang mit inneren und äußeren Konflikten zu entwickeln.
Im Kern geht es darum, die eigene Persönlichkeit mit all ihren Facetten, Widersprüchen, Stärken und Schwächen immer besser kennenzulernen.
Erstgespräch und Diagnostik
Zu Beginn finden meist mehrere Gespräche statt. Diese dienen dazu, Ihr Anliegen genauer zu verstehen und zu prüfen, ob eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit zu entscheiden, ob Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können.
Es ist nicht nötig – und meist auch kaum möglich – bereits in der ersten Sitzung genau zu wissen oder beschreiben zu können, worum es eigentlich geht. Häufig besteht ein komplexes Geflecht an Themen und Problemen, die ineinandergreifen und nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können.
Wir nehmen uns die Zeit, diese Zusammenhänge schrittweise zu klären und gemeinsam zu entscheiden, welches Therapiesetting am sinnvollsten ist.
Ablauf der Behandlung
Die Sitzungen finden in der Regel einmal pro Woche im persönlichen Kontakt statt und dauern jeweils 50 Minuten. Möglich sind auch Online-Sitzungen oder Anpassungen der Sitzungsfrequenz.
Die Behandlung kann zunächst als Kurzzeittherapie beginnen. Wenn sich im Verlauf zeigt, dass eine längere Behandlung sinnvoll ist, kann eine Langzeittherapie beantragt werden. Eine Psychotherapie kann zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren dauern, abhängig von der Komplexität der Themen, der Schwere der Symptomatik und Ihrer Zielsetzung.
Behandlungsspektrum
Häufige Themen, die Menschen in eine psychotherapeutische Praxis führen, sind zum Beispiel Selbstwertprobleme, soziale Ängste, Zwangsstörungen, Phobien, depressive Krisen, Erschöpfungszustände, Beziehungskonflikte, körperliche Funktionsstörungen, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder Traumafolgestörungen.
Oft liegt auch eine Kombination mehrerer Probleme und Symptome vor. Vielen psychischen Problemen gemeinsam ist ein Gefühl des Kontrollverlusts: Bisherige Bewältigungsversuche funktionieren nicht mehr oder nur noch unter großen Belastungen, oder einzelne Lebensbereiche geraten aus dem Gleichgewicht.
Manche Symptome bestehen bereits seit längerer Zeit, geraten jedoch durch äußere Veränderungen oder Belastungen zunehmend unter Druck, sodass professionelle Unterstützung sinnvoll wird.
